„Move slowly and fix things“

Mein 2017 war kein sonderlich spannendes Jahr. Es hatte so seine Ups und Downs, wobei ich rückblickend denke, dass es mehr Ups, dafür aber prägendere Downs waren. Das Jahr war demnach ok, nichts besonderes, worüber ich in 30 Jahren sonderlich viel nachdenken werde.

Mir wurde im letzten Halbjahr aber zum ersten Mal so richtig klar, wie ich mich in der digitalen Welt bewege und wie wenig ich das kontrolliere.

Vielmehr wurde mir bewusst, dass ich mich bei meiner Nutzung, vor allem unbewusst, berieseln lasse und gelenkt werde von Vibrationen, aufploppenden Benachrichtigungen und roten Kreisen auf quadratischen Kästen mit abgerundeten Ecken.

Auch merkte ich zum ersten Mal, wie viele Daten von mir wirklich in irgendwelchen Clouds liegen, die ich so nie bewusst geteilt habe. Daten, die links und rechts zusammengetracked wurden. Ich las Artikel über Artikel über Artikel, die genau eins zeigten: Wir haben schon lange kein Recht mehr auf Privatssphäre.

2018 will ich das weitestgehend wieder selbst in die Hand nehmen. Ich halte eigentlich nichts von guten Vorsätzen für ein neues Jahr. Dieses Mal muss ich aber eine Ausnahme machen. 2018 ist aber eh etwas besonderes. Immerhin fällt der 1. Januar auf einen Montag: neues Jahr, neuer Monat, neue Woche. Hat ja fast schon was romantisches.

Deswegen habe ich für 2018 eine „Bucket List“ erstellt. Es dreht sich vor allem um Entschleunigung, mit all dem, was das so mit sich bringt.

Meine Liste:

  • Social Media bereinigen: Facebook kommt auf allen privaten Geräten weg1 und Twitter wird gesäubert – Unfollows, Blocks und gemutete Keywords.
  • Inboxes und Newsfeeds aufräumen: Ich lebe noch etwas das Tech-Blogger-Leben und leide an FOMO. Ich habe jeden Tag rund 800 Feed-Einträge in meinem RSS-Reeder. Dabei tech-blogge ich seit 2016 nicht mehr. Demnach: Alles was als „Newsblog“ durchgeht, fliegt raus.
  • Gesünder essen: Damit habe ich eigentlich 2016 schon begonnen, als ich anfing, mich vegan zu ernähren. Aus Gewohnheit und Faulheit greife ich aber noch etwas zu häufig zu veganen „Ersatzprodukten“ und Fertigkost.
  • Regelmäßig(er) Sport machen: Jajaja, nehme ich mir jede zwei Wochen neu vor. Bisher habe ich meine Sportart aber einfach noch nicht gefunden. Vielleicht sollte ich Fitnessstudios doch mal eine Chance geben?
  • Lesen, lesen und viel mehr lesen: Eigentlich dachte ich ja, dass das Kindle mich dazu bringen würde, mehr zu lesen. Nope! Es ist dann doch zu einfach, das Teil in irgendeine Tasche zu stecken und zu vergesen. Ich kaufe also wieder Bücher aus Papier. Ein Buch im Monat ist das Ziel. Alle landen auf meinem Blog. Natürlich.
  • Wieder mehr schreiben: Mir fehlt das Schreiben, seitdem ich weder Journalist noch Tech-Blogger bin. Aber nicht alles muss auf den Blog2, manches kann auch einfach in irgendwelchen Text-Dateien herumliegen und nur für mich bestimmt sein.
  • Neues lernen: Als ich mein Blog-Template für Kirby umgeschrieben habe, merkte ich, wie viel ich dazu lernte und wie viel Spaß mir das machte. Deswegen stehen auf meiner mittlerweile kilometerlangen Bucket List für 2018 auch einige Dinge, die ich lernen will. Ich will endlich Japanisch lernen, in Python programmieren, und Klavier spielen wäre auch ziemlich cool.

Dieses Entschleunigen soll dazu führen, dass ich meine Zeit bewusster nutze. Es ist nicht mein Ziel, mich selbst irgendwie einzuschränken. Ich will vielmehr erreichen, dass ich einfach keine Lust habe, das iPhone zu nehmen, um durch Twitter, RSS-Feeds, Mails, Facebook, Twitter, RSS-Feeds Mails, … zu scrollen.

Ich will meine Geräte und meine Zeit aktiver nutzen. Ich weiß nicht, wie viel ich davon umsetzen kann und ob ich mir nicht etwas zu viel vorgenommen habe. Aber ich habe ja ein ganzes Jahr dafür Zeit.

Ich bin guter Dinge!

  1. Ich kann aus beruflichen Gründen mein Konto nicht löschen.

  2. Was nicht heißt, dass nichts auf den Blog kommt. Eher das Gegenteil.