Mitte Juni während eines verlängerten Wochenendes (luxemburgischer Nationalfeiertag) reisten Laura und ich für einen Kurztripp nach Antwerpen. Es ist unser beider erstes Mal in Belgien – zumindest was Urlaube angehen. Luxemburger müssen nach Belgien, um zu Ikea zu fahren.

Eigentlich erstelle ich für jeden Urlaub einen kilometerlange Liste mit allen Restaurants, Bars und Imbissen, die mich interessieren könnten. Ein Veganer kann halt nicht eben mal einfach irgendwo was essen gehen. Vor allem nicht in Belgien, denn der „Veganer-Back-up-Plan“ ist in Belgien nicht umsetzbar. Dort werden die Pommes nämlich in Rinder- statt Pflanzenfett frittiert. (Die spinnen die Belgier.)

Deshalb improvisierten wir den ganzen Urlaub über und schauten jedes Mal in Foursquare rein, wenn wir Hunger bekamen. Um euch das Leben aber zu vereinfachen, schreibe ich diesen Veganer-Survival-Ratgeber. Damit auch ihr nicht hungern müsst. 1 Los geht’s.

Esco‘Bar

Laut Foursquare einer der besseren Coffeeshops in Antwerpen. Eigentlich sollte man einen Laden ja immer zweimal besuchen, bevor man alles kritisiert, aber ich konnte zumindest nach dem ersten Besuch Foursquare nicht recht geben. Ich fand aufs Erste nichts veganes auf der Karte, auch wenn das Café sehr „hipster“ war. Ich bestellte deswegen ein Sandwich mit Gemüse und ließ die Mayo weg. Ich weiß nicht, ob ich die Köche damit überforderte, aber es dauerte fast eine Stunde, bis das Essen kam und es war dann doch Mayo auf dem Brötchen. Einmal kurz meckern reichte und der Besitzer höchstpersönlich brachte mir ein neues Sandwich:

Statt Mayo nutzten sie etwas Olivenöl. Optisch und geschmacklich war das Veggie-Sandwich super. Es dauerte eben nur ewig, bis es kam. Ach, und der doppelte Espresso war nicht heiß genug und deswegen sauer.

★★✭☆☆

Normo

Ok, ok. Hier gibt es eigentlich nichts zu essen. Aber das Café gehört einfach auf diese Liste. Denn es ist das Beste in Antwerpen. Ich hatte hier einen „Nitro Cold Brew Kaffee“. Der kalte Kaffee wird mit Stickstoff infusiert und aus einem Fass gezapft wie etwa ein Guinness-Bier. Dadurch wird der Kaffee cremiger. Auch der/die/das selbstgemachte Kombucha schmeckte fantastisch.

Ach, und die haben Soya-Milch (Alpro Professional), demnach sind zumindest die Cappuccinos, Lattés und Flat Whites vegan. Daseinsberechtigung auf dieser Liste ist gesichert.

★★★★★

Greenway

Den Freitag haben wir schließlich mit einem veganen Burger bei Greenway abgeschlossen. Der Laden wirbt mit dem Slogan „vegetable, vegan-friendly or gluten-free“. Alle Gerichte sind entweder vegetarisch (mit Käse) oder vegan. Ich hatte einen Red Pepper Burger mit… Kram. Ich habe es vergessen. Sie haben auch mehrere Fair-Trade-Limonaden und verdammt viele Sriracha-Soßen. Für das eine oder andere Mal sicher gut.

★★★✭☆

Coffelabs

Coffeelabs mag womöglich das Frühstück-Paradies für alle Veganer Antwerpens sein. Eine Großzahl der Gerichte sind vegan wie etwa die Bananenpfannkuchen oder der Waldfrüchtenjoghurt. Das Essen war herausragend, aber das Risiko sich zu überfressen ist too damn high!

Ach, es gibt übrigens auch Mandel- und Sojamilch für den Kaffee. Der Espresso war mir aber etwas zu fruchtig. Ich bevorzuge lieber eine dunkle Röstung.

★★★★✭

Falafeltof

Ok, Falafeltof war mein Highlight des Urlaubs. Die Falafel waren so fucking fantastisch. Auch das Prinzip ist ziemlich genial: Man bekommt eine Falafel, entweder im Brot oder in der Schüssel, und kann sich den Rest dann selbst zusammenbauen. Quasi wie Subway als Self-Service. Auch erklären die Angestellten genau, was vegan ist und was nicht. Der Laden war so super, dass ich versucht habe, den Besitzer nach Luxemburg zu locken. 2

★★★★★ + ★

Otomans

Vegane Pizza. Eigentlich ein Grund Otomans eine hohe Bewertung zu geben. Aber hmmm… Ich weiß nicht, was ich erwartet habe, aber ich war enttäuscht. Der Teig war gut – Otomans wirbt mit einem superduper Teig, der mit Duvel-Bierhefe (irgendein belgisches Bier, das ich noch nie getrunken habe) hergestellt wurde und drei Tage lang gehen konnte. Der Belag wiederum? Hätte langweiliger nicht sein können. Ich hatte die „Las Vega“ mit Kokosnussraspeln, Baby-Spinat, Pilzen, einer Jalapeños-Soße und Soya-Joghurt. Die Zutaten sind ziemlich unorthodox, sollten aber alleine in der Theorie für einen interessanten Geschmack sorgen.

Die Pizza schmeckte letzten Endes aber einzig und allein nach Kokosnussraspeln und etwas scharfer Soße. Den Spinat schmeckte man nicht, die Pilze schmeckte man nicht und die Jalapeños schmeckte man nicht. Ich wollte Otomans eine 2 von 5 geben, aber wegen des ganzen Craft Beers und der freundlichen Bedienung gebe ich eine…

★★✭☆☆


Was veganes Essen angeht, erinnert mich Antwerpen etwas an Luxemburg. Anders als in Hamburg oder Amsterdam hat nicht jedes Restaurant eine vegane Alternative im Angebot. Man muss spezielle Läden aufsuchen, die sich auf solches Essen spezialisiert haben. Dafür gibt es in Antwerpen aber ganz einfach weitaus mehr als in Luxemburg.

Falls ihr wissen wollt, wie Antwerpen allgemein war, könnt ihr einfach bei Laura3 vorbeischauen. Spoiler: Antwerpen teilt sich mit Hamburg und Amsterdam einen Podiumsplatz in der ultimativen Top 10 meiner Lieblingsstädte.


  1. (Eigentlich ist das hier eher eine Liste von Orten, die wir aufgesucht haben. Drei Tage reichen dann doch nicht, um alle vegane Restaurants zu testen.) 
  2. Fun-Fact: Scheinbar bin ich nicht der erste Luxemburger, der ihm das erzählte und er spielt ernsthaft mit der Idee ins Großherzogtum zu kommen. Steuerkram oder so. 
  3. Sie hat übrigens auch alle Bilder in diesem Post geschossen.