Irgendwann Ende letzten Jahres teilte ich meine persönliche Top 10 des Videospieljahres 2016 auf Twitter. Weil ich der Überzeugung bin, dass 280 Zeichen den Spielen nicht gerecht werden und ich diese Liste auf diesem Blog verewigen will, folgen nun die Top 10 im Detail.

10. Enter The Gungeon

Seit “The Binding of Isaac” bin ich großer Fan von mit Permadeath gespickten Roguelike-Spielen. Enter The Gungeon kommt bei weitem nicht an die Qualität von Isaac ran, machte dennoch für einige Wochen massig Spaß. Immerhin handelt das Spiel von Waffen und noch mehr Waffen und viel mehr Waffen und Kugeln mit Beinen und Armen und albernen Bossen wie der Ammoconda und der Gatling Gull. Ähnlich wie nahezu alle anderen Roguelikes ist auch ETG verdammt schwer. Es wirkt nie wirklich unfair, frustrierte mich aber insbesondere bei verschiedenen Boss Fights sehr. Im Gegenzug zu Isaac fehlte mir aber die Tiefe. Isaac hat einfach viel mehr Inhalt und vor allem Story.

9. Skyrim: Special Edition

Was soll ich noch zu Skyrim sagen? Die Non-Special-Edition spielte ich mehrere hundert Stunden, aufgeteilt auf Xbox 360 und PC. Skyrim: SE habe ich mittlerweile dermaßen “kaputt” gemodded, dass ich nicht mehr wirklich weiß, was von Bethesda eingebaut wurde und was von irgendeinem Modder. Trotz meines mittlerweile elften Charakters entdecke ich also immer noch neuen Inhalt. Ich habe aber übrigens versucht nur Lore-Friendly-Mods zu installieren: Hier und da eine neue Quest, ein paar Waffen und Rüstung mehr, die Hauptquest etwas verlangsamt. Eigentlich ist das aber schon ein Blogpost für sich. Kommt auf die Liste.

8. Hyper Light Drifter

Irgendwann vor einer halben Ewigkeit backte ich auf Kickstarter ein Spiel namens Hyper Light Drifter. Natürlich habe ich aber vergessen, dass das Spiel existierte, bis ich irgendwann einen Steam-Code per Mail bekommen habe. Kickstarter eben. Im Nachhinein bin ich sicher, dass sich das Backen gelohnt hat. So ziemlich alles am Spiel machte absolut Spaß. Vor allem die Welt ist mir stark ans Herz gewachsen. Von wegen Pixelgrafik sei öde. Ich mag übrigens Spiele, bei denen man bis zum Ende hin nicht genau weiß, was eigentlich los ist. Und Hyper Light Drifter passt da genau ins Schema. Außerdem: Das Spiel ist höllisch schwer, demnach ist der 2D-Dark-Souls-Spitzname gerechtfertigt. Was ich etwas ironisch finde. An Dark Souls traue ich mich nicht ran, weil ich Angst habe, dass es zu schwer ist. Bei Hyper Light Drifter war das absolut kein Problem. ¯_(ツ)_/¯ HLD ist toll. Es scheint mir aber, als wäre das Spiel etwas untergegangen. Was schade ist. Demnach: Kaufen!

7. Pokémon Sun

Als Kind nahm ich mir vor, jedes Pokémon-Spiel durchzuspielen. Seitdem kaufe ich mir pünktlich zum Release, jeweils die “rote” Version einer neuen Generation. Pokémon Sun macht vieles anders und versucht sich an komplett neuen Konzepten: Keine Arenaleiter mehr, der Rivale nimmt das vom Typ her schwächere Pokémon, es gibt Z-Moves und keinen Feuer/Kampf-Starter (Halleluja. Fuegro sieht aber dennoch beschissen aus. Warum zum Teufel muss jeder Feuer-Starter irgendwann zweibeinig sein?!) Aus irgendeinem Grund konnte mich Sun aber nicht so am Ball halten wie alle Vorgänger. Womöglich liegt das aber mehr an meiner Motivation als am Spiel an sich. Ich habe derzeit einfach keine Lust mich auf die Couch zu legen und 3DS zu spielen. Dafür ist mein Backlog am PC noch zu groß.

6. Inside

Wow! Nach Limbo schafft es Playdead wieder einmal ein fabelhaftes Spiel zu veröffentlichen, das nur wenige Bedienelemente braucht: Laufen, Springen, Ziehen und ab und an Schwimmen. Ich könnte hier jetzt eine Doktorthese schreiben, warum Inside so fabelhaft ist, aber lasse das. Denn nichts fasst das Spiel besser zusammen, als ein iMessage-Gespräch mit Kim.

5. Watch Dogs 2

Watch Dogs 1 war absolut langweilig. Ein schlecht gelaunter, weißer Mann, der auf Rache aus ist, weil seine Familie umgebracht wurde. Oder so. Hab es vergessen. Viel zu langweilig. Habe das Spiel nie beendet und das Beste, was Watch Dogs 1 mir bieten konnte, war eine Tasse. Die ist cool. Ging aber mittlerweile kaputt. Scheiß Tasse! Scheiß Watch Dogs 1! Watch Dogs 2 hingegen. Oh, Watch Dogs 2, du tolles Spiel. Die Charaktere sind weitaus bunter, die Story zeitweise fucking creepy (Big Brother ist überall, fuck you Privatsphäre!), die ganzen Rundumschläge gegen Silicon-Valley-Firmen fantastisch und die Gameplay-Mechaniken unterhaltsam genug, dass ich mir den Season Pass geholt habe. Außerdem: Ich will unbedingt diese Tasche, die Marcus trägt. Aber ich find nur hässliches Fan-Gear. Daran ist bestimmt Watch Dogs 1 Schuld. Scheiß Watch Dogs 1!

4. Battlefield 1

Im Vergleich zu BF3 und BF4 finde ich Battlefield 1 etwas langweilig. Ich bin kein großer Fan des WWI-Settings und vermisse meine FAMAS. Aber selbst ich muss eingestehen, dass BF1 unfassbar gut aussieht und in einem Squad Spaß macht. Wobei ich mich aber frage, ob es tatsächlich an BF1 liegt oder an den Gesprächen, die sich daraus entwickeln. Aber unter uns: Jemanden aus hundert Meter Distanz zu headshotten, macht vor allem dann Spaß, wenn jeder es mitkriegt humble brag. Kim und ich sind außerdem das perfekte Bomber-Team. Kim bombt, ich schieße Piloten aus gegnerischen Flugzeugen. Wo wir beim Problem sind: Ich spiele nur dann BF1, wenn Kim und Florian es auch tun.

3. Deus Ex: Mankind Divided

Mankind Divided ist nach Human Revolution ein weiterer fantastischer Deus Ex-Titel. Klar, Jensen sieht mit seiner komischen Frisur etwas albern aus. Dennoch finde ich alles von Charakter-Design bis hin zur Story äußerst fantastisch. Insbesondere die Dialoge mit verschiedenen Charakteren und die (zugegeben, wenigen) Nebenmissionen rundeten das Spiel perfekt ab. Gefielen mir eigentlich fast schon mehr als die Main-Story. Ich habe das Spiel übrigens weitestgehend Non-Lethal durchgespielt und das Super Special Secret Ending geschafft. AMA!

2. The Witcher 3: Blood and Wine

Ok, ok. Blood and Wine ist kein vollwertiges Spiel und nur ein DLC. Aber im Ernst. Welcher DLC hat heutzutage noch eine Spieldauer von über 30 Stunden? Viele vollwertige Triple-A-Spiele a 60€ schaffen es nicht mal mehr auf die Hälfte. Und hier ist die Rede von einem DLC! Wer RPGs liebt, liebt The Witcher 3, liebt Blood and Wine. Hearts of Stone ist natürlich auch perfekt. Wobei ich aber zugeben muss, dass Gaunter O’Dimm ein weitaus coolerer Antagonist ist als SPOILER. Schon sein Soundtrack ist episch.

1. Overwatch

Ach, Overwatch. Kein Spiel hat mich dieses Jahr so sehr beschäftigt wie der Shooter von Blizzard. Dabei ist Overwatch nicht mal mein Lieblingsspiel des Jahres (Diese Ehre gebührt The Witcher 3). Aber schaut man auf die Anzahl an Stunden, die ich in das Spiel investiert habe und wie viel Spaß es mir bereitet hat, ist der erste Platz nur gerechtfertigt. Es ist nun mal das beste Spiel 2016. Das bunte Charakterdesign, die verschiedenen Spielmodi, die Existenz von D.Va. Und D.Va. Außerdem D.Va. Dafür hasse ich aber die Genji-Spieler dieser Welt. Aber ähnlich wie in BF1 spiele ich Overwatch nur mit Freunden (Kim und Benny). Ach, Blizzard! Übrigens: Don’t mess with D.Va. Niemand will den Nerf!


Eigentlich war 2016 ein gutes Jahr für Videospielfans. Aber dennoch: Hätte ich Spiele in die Liste gepackt, die vor 2016 veröffentlicht wurden, die ich aber letztes Jahr gespielt habe, würde meine Liste anders aussehen. Nuclear Throne, Binding of Isaac, Age of Empires II und Hearthstone würden wohl so manches Spiel von seinem Rang verdrängen.

Dieses Jahr freue ich mich übrigens auf der/die/das Nintendo Switch, Ghost Recon Wildlands, Mass Effect: Andromeda, Binding of Isaac für iOS, South Park: The Fractured But Whole, The Legend of Zelda: Breath of The Wild und natürlich mehr Overwatch- und mehr Hearthstone-Content.